Aida

Diary of a Seducer

Don Carlos

 
 
OPERA - MONAT PROGRAM

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Carmen
G. Bisset

Libretto - Henri Meilhac, Ludovic Halevy (nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Merimee)

PERSONEN:
CARMEN, Zigeunerin (Mezzosopran)
DON JOSE, Sergeant (Tenor)
ESCAMILLO, Torero (Bariton)
ZUNIGA, Leutnant (Bass)
MORALES, Sergeant (Bariton)
DANCAIRO, Schmuggler (Bariton)
REMENDADO, Schmuggler (Tenor)
MICAELA, Verlobte von Don Jose (Sopran)
FRASQITA, Zigeunerin, Carmens Freundin (Sopran)
MERCEDES, Zigeunerin, Carmens Freundin (Mezzosopran)

Soldaten, Offiziere,Toreros,Schmuggler,Zigeuner,Zigeunerinnen,Arbei¬terinnen in der Tabakfabrik, Kinder, Volk

Die Handlung spielt in Sevilla und der Umgebung um 1820.


ERSTER TEIL
Unter den brennenden Strahlen der Sonne amüsieren sich die Soldaten und Bürger, auf die Mittagspause der Arbeiterinnen in der Tabakfabrik wartend. Es kommt Micaela, die den Sergeant Don Jose sucht, und das schafft Bele¬bung unter den sich langweilenden Soldaten. Von einer Gruppe von Kindern begleitet, kommen die marschierenden Soldaten zum Wechsel der Wache unter dem Kommando von Don Jose und des in Sevilla neu gekommenen Leutnant Zuniga. Nach einem kurzen Gespräch zwischen den beiden klingt die Glocke- die Signale für die Mittagspause. Der Platz füllt sich wieder mit lautem Volk. Die Tabakarbeiterinnen kommen, die jungen treffen sich mit ihren Verehrern
Wenn Carmen, die schöne und freche Zigeunerin kommt, richten alle ihre Aufmerksamkeit auf sie. Nur Don Jose beachtet sie nicht und das erweckt in ihr die weibliche Ambition, ihn zu gewinnen. Carmen beginnt eine lei¬denschaftliche Habanera zu singen und wirft eine Blume in die Füsse des jungen Mannes. Don Jose ist verlegen. Aber die Zeit der Mittagspause ist vorbei und die Arbeiterinnen gehen in die Fabrik zurück.
Es kommt Micaela, ein reines Bauernmädchen, die ihm einen Brief von seiner Mutter bringt. So gelingt es Don Jose den verführerischen Charme Carmens zu entgehen und sich an das ruhige, idyllische Leben auf dem Lande zu erinnern. Ein lautes Geschrei lässt ihn aus der Welt der Erin¬nerungen zurück zu kommen. In einem heftigen Streit hat Carmen eine der Arbeiterinnen mit Messer verletzt. Zuniga befiehltJose,dieSchuldigefestzu nehmen und ins Gefängnis zu bringen. Wenn sie allein bleiben, gelingt es Carmen ihn zu überreden, sie fliehenzulassen,indemsiesichmitihmverabredet, dass sie sich später in der Kneipe von Lilla Pastia treffen. Don Jose erfüllt ihren Wunsch, wofür er selbst ins Gefängnis gerät.
ZWEITER TEIL
Zwei Monate später ist es in der Kneipe von Lilla Pastia laut und lustig. Hierher kommen viele Besucher, ohne zu ahnen, dass die Kneipe Treffpunkt einer Bande von Schmugglern ist. Carmen, zusammen mit ihren Freundin¬nen Frasqita und Mercedes, sind gleichzeitig Attraktion des Lokals und Helfer der Bande. Beim Schmuggeln der Ware über die Grenze haben die schönen Mädchen die Aufgabe, die Aufmerksamkeit der Zöllner abzulenken.
In dieser Nacht muss eine wichtige Aktion durchgeführt werden. Der Chef der Bande Dankcairo und sein Helfer Remendado überreden die Frauen, dass sie mit ihnen zu kommen sollen. Nur Carmen ist dagegen. Sie hat er¬fahren, dass Don Jose von Gefängnis befreit ist und wartet ungeduldig auf das Treffen mit ihm.
Die Menge empfängt mit begeisterten Schreien den mutigen, aber verwöh¬nten Torero Eskamillo. Alle trinken auf ihn, aber ihm hat schon die schöne Carmen gefallen und er bringt einen Trinkspruch auf die Liebe und auf ein neues Treffen aus. Man lacht vergebens über sie und glaubt nicht, dass der Soldat kommt – in der Ferne hört man schon sein Lied. Carmen geht zu ihm, singt und tanzt für ihn, aber bald wird ihre Freude von dem Aufruf der Trompete aus der Kaserne unterbrochen. Jose ist verpflichtet indieKasernen zurück zu gehen. Mit ihrem freien Geist kann Carmen nicht ver¬stehen, wie es möglich ist, dass er sie gerade in diesem Moment verlässt, in dem sie ihm ihre Liebe anbietet. Jetzt kommt auch Zuniga, der gehofft hat, Carmen allein zu findenundsichmitihrzuamüsieren.Zunigavers¬pottet sie – sie hat den Soldaten vor dem Offiziervorgezogen.DiebeidenMänner stürzen sich gegeneinander, aber die Einmischung der Schmuggler verhindert das Duell. Für Don Jose gibt es schon keine andere Wahl- er ist gezwungen zu desertieren. Carmen beschreibt ihm die Schönheit des freien Lebens und er, von der Liebe zu ihr mitgerissen, schließt sich zu den Schmugglern an.

DRITTER TEIL
In der dunklen Nacht tragen die Schmuggler, geführt von Dancairo, ihre Ware über das Gebirge und machen eine kleine Pause. Carmen und Don Jose sind schlecht gelaunt. Der junge Mann leidet tief, gequält von der Ver¬letzung der SoldatenpflichtundderTrauerzuseinemHeimatort. Carmenliebt ihn nicht mehr und benimmt sich herausfordernd. Frasqita und Mer¬cedes versuchen, die Stimmung zu bessern, indem sie sich Karten legen. Sie raten Carmen, das Gleiche zu tun, aber während die Karten für sie Reichtum und Liebe voraussagen, prophezeien sie für Carmen Tod.
Es kommt Micaela. Sie hat ihre Angst überwunden, um ihren Geliebten von der Macht der Zigeunerin zu retten. Micaela bittet Hose zurück zu kommen. Seine Mutter liegt im Sterben und erwartet ihren geliebten Sohn. Der arme junge Mann kann aber Carmen nicht verlassen. Plötzlich erscheint Escamil¬lo. Er ist gekommen, um Carmen zu den bevorstehenden Stiergefechten einzuladen. Zwischen den beiden Rivalen beginnt einen erbitterten Kampf, aber Carmen gelingt es, sie auseinander zu bringen Don Hose geht mit Mi¬caela, aber bevor er die Zigeunerin verlässt, droht er wieder zu kommen.

VIERTER TEIL
Auf dem Platz erwartet das Volk ungeduldig den Beginn der Stiergefechte. Die Menge begrüsst froh die Toreros, geführt von den gemeinsamen Lie¬bling Eskamillo Carmen ist auch hier. Ihre Freundinnen Frasqita und Mer¬cedes warnen sie, dass Jose in der Nähe ist und sich versteckt, aber die Zigeunerin hat keine Angst. Sie ist bereit, sich mit ihrem Ex- Geliebten zu treffen. Jose kommt zu ihr und bittet sie verzweifelt, zu ihm zurück zu kom¬men, aber Carmen ist unerbittlich: „Frei bin ich..... und werde frei sterben!“

Von VerzweiflungundDemütigunggequält,stichtsieJosemitseinemMesser durch.


Georges Bizet (1838 – 1875) ist ein der wesentlichsten Vertreter des franzö¬sischen Opernschaffens in der zweiten Hälfte des Õ²Õ Jahrhunderts. In sein¬en Werken haben ihren Ausdruck die besten Seiten der progressiven Kultur Frankreichs gefunden. Seine lebensfrohe und temperamentvolle Musik ken¬nzeichnet sich mit einem großen melodischen Reichtum und feurige Gefühle. Sein kurzes Leben war mit stürmischer und anstrengender schöpferischen Ar¬beit erfüllt. Er hat 5 Oper, eine Symphonie in A Mol, die Musik zu “L’Arlésienne ” von Alphonse Daudets u.a. geschrieben.
1874 wählt Georges Bizet, nach einem Sujet für seine neue Oper suchend, die berühmte Novelle des französischen Schriftstellers Prosper Mérimée (1803 – 1870) “Carmen”, geschrieben 1845. Mit dem Schaffen des Librettos befassen sich zwei erfahrene Literaten und Theaterleute Henri Meilhac (1831 – 1897) und Ludovic Halévy (1834 – 1908), Autors von einem großen Teil der Texte von den Operetten Offenbachs.

Die Oper „Carmen“ ist ein der Höhepunkte in der ganzen französischen Musik. Das ist ein tief realistischer Werk, erfüllt mit Dramatik und geschafft von Anfang bis Ende im Geiste des Volkes. Die Musik ist voll mit Leben und leidenschaftlichen Gefühlen. Geschrieben im Geiste der spanischen Folklore entspricht sie völlig dem Sujet. Aber trotz der spanischen Themen, genommen aus dem Reichtum des spanischen Volksliedes, ist die Musik von G. Bizet eine echte französische Kunst.
Die dramatischen Auseinandersetzungen und Konfliktesindmittiefempsy¬chologischen Verständnis dargestellt und die musikalischen Charakteristiken der Helden sind von den bemerkenswertesten in der ganzen Opernliteratur.

Es gibt wahrscheinlich kein Operntheater in der Welt, das nach dem berüh¬mten Werk von G. Bizet „Carmen“ nicht gelangt hat. Für jede Sängerin- Mez¬zosopran ist es ein Traum, die Rolle der leidenschaftlichen Zigeunerin zu spielen.
Die Prämiere der Oper hat am 3 März 1875 in Paris stattgefunden – ein Jahr nach dem Schreiben des Werkes. Die erste Vorstellung vor dem Publikum ist aber Fiasko und dem Komponisten wurde Sittenlosigkeit vorgeworfen. Einige Monate später, in Wien, wird Bizet rehabilitiert und die Oper „Carmen“ als etwas Außergewöhnliches aufgenommen.

“Carmen” vereinigt alle Elemente mit der Hauptbegabung Bizets – den Men¬schen im Alltag zu beobachten und darzustellen. Die Novelle „Carmen“ von Mérimée war ein ideales literarisches Modell mit dem Realismus des spa¬nischen Dekors, vor dem die Handlung spielt. Die Personen sind mit dem Kontrast ihrer Charakter sehr glaubwürdig. Escamillo, der gnadenlose Torero, Don Jose- empfindsamundvonderLiebegeblendet,Micaela–zartundmit¬fühlend, Carmen- in ihrer Macht sicher, hochmütig und herzlos. Diese Heldin bestimmt eine neue Art von Rolle, die große Eigenschaften vom Schauspieler erfordert.
Ein Genie der Beobachtungsgabe gestaltet Bizet erschütternde Episoden in der immer anwesenden dramatischen Spannung.
Der außerordentliche Erfolg dieser Oper liegt an der musikalischen Sprache, der es gelingt, den Kontrast zwischen der feierlichen Atmosphäre und der unvermeidlichen Anwesenheit des Todes wiederzugeben, wie auch die Darstellung der spanischen Atmosphäre. Mit den Arien in der Form von Folk¬lore- Tänzen (Bolero, Habanera, Segidilla) und dem Thema von der Corida kontrastiert das Motiv des Todes, gegründet auf der Zigeuner –Tonleiter. Bizet hat als Erster das Spanische als eine Variante des Exotischen eingeführt.

Die realistische Oper von Bizet, wenn auch diskret im musikalischen Ausdruck der Brutalität, ist die Hauptquelle des französischen Verismus. 1900 schreibt Gustave Charpentier seinen musikalischen Roman „Luise“. Das Sujet predigt “die freie Liebe“, angedeutet schon in „Carmen“, und die Musik, die lyrisch die Beschreibung des Pariser Lebens umhüllt, sind eine Synthese zwischen Bizet und Massenet und prophezeien Puccini. Es sind aber seit „Carmen“ 25 Jahre vergangen.
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